Der kürzeste Flug der Welt: Ist Anschnallen wirklich nötig?
Ein Flug von nur zwei Minuten wirft die Frage auf: Lohnt sich da das Anschnallen? Ein Blick auf die Hintergründe des kürzesten Flugs der Welt.
Die meisten Menschen glauben, dass das Anschnallen im Flugzeug immer unerlässlich ist. Sicherheit hat oberste Priorität, so die allgemeine Meinung. Doch was passiert, wenn Ihr Flug gerade einmal zwei Minuten dauert? Der kürzeste Flug der Welt, der zwischen den Orkney-Inseln in Schottland stattfindet, wirft genau diese Frage auf. Ist es wirklich nötig, sich für eine solch kurze Strecke anzuschnallen?
Ein kurzer Aufenthalt in der Luft
Laut dem Betreibers, Loganair, handelt es sich bei dieser Verbindung um eine nützliche, wenn auch ausgesprochen kurze Reise. Die Passagiere verlassen den Boden, fliegen über eine sanfte Landzunge und landen schließlich fast direkt am Ziel. Die Flugdauer von 1,5 bis 2 Minuten lässt vieles hinter sich; ein Kaffee, ein Lächeln des Flugbegleiters und schon sind sie wieder am Boden. In diesem Kontext könnte man argumentieren, dass das Anschnallen fast übertrieben erscheint.
Erstens, die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls in einem solchen Moment ist denkbar gering. Die Landung und der Start sind oft die riskantesten Phasen eines Flugs, aber bei einer solchen Minutengrenze sind diese Phasen gleichzeitig so kurz, dass die statistische Wahrscheinlichkeit eines unerwarteten Ereignisses nahezu irrelevant wird. Flugzeuge sind zudem so gebaut, dass sie in den meisten Situationen stabil bleiben. Es ist also fast so, als würde man sich über das Anschnallen in einem Auto Gedanken machen, während man auf einem leeren Parkplatz steht.
Zweitens stellt sich die Frage nach dem praktischen Nutzen. In einer Zeit, in der jede Sekunde zählt und viele Passagiere in Eile sind, könnte das Anschnallen tatsächlich mehr Zeit kosten, als es sich lohnt. Während die Crew der Loganair ihre Sicherheitsanweisungen durchführt, könnte ein Passagier kaum einen Schluck Wasser nehmen, bevor das Flugzeug wieder zum Stillstand kommt. Hier zeigt sich das Dilemma der Sicherheit: Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem, was zu gewinnen oder zu verlieren ist.
Drittens gibt es in der Luftfahrtindustrie eine gewisse Absurdität, die sich aus solchen extrem kurzen Flügen ergibt. Obwohl der Pilot alle erforderlichen Sicherheitsprotokolle befolgt, wirkt die gesamte Anstrengung, darauf zu bestehen, dass alle angeschnallt sind, fast lächerlich, wenn man bedenkt, dass die Fluggäste oft weniger Zeit in der Luft verbringen als mancher Pendler im Stau. So kommt es, dass die Erfahrung an Bord mehr einem Sprint als einer Reise gleicht. Und doch, bei all dieser Ironie bleibt es eine Tatsache: Die Sicherheitsbestimmungen müssen eingehalten werden, unabhängig von der Flugdauer.